Dienstag, 17. Juni 2008

Gastfreundschaft hoch zehn!!!



Welch ein Tag heute. Wohl wissend, dass es regnen sollte schliefen wir nicht im Zelt, sondern leisteten uns ein Zimmer. Natürlich regnete es dann am Morgen nicht... doch als wir los fuhren fing es langsam an : (
Nun musste man entscheiden ob man nass werden wollte vom Regen oder doch lieber vom Schwitzen... ich entschied mich für den Regen.
Der Weg war sehr anstrengend, eine Schotterpiste die einem Wellblech glich, sehr beliebt hier... und durch den Regen war das Vorwärtskommen auf dem Sand noch mühsamer. In Limbazi kehrten wir in einem Restaurant ein (so konnten wir unser trockenes Brot und den faden holländischen Scheibenkäse noch etwas ignorieren) und beschlossen statt den Schotterweg die Hauptstrasse zu nehmen, sofern sie nicht allzu stark befahren war.
Sie war fast gar nicht befahren, nur mussten wir feststellen, dass Hauptstrasse nicht gleich Asphaltstrasse ist... doch rumpelte es zum Gl
ück nur einige Kilometer.

Ziemlich müde und durchnässt kamen wir in Salacgriva an, welches kleiner war als angenommen und suchten das einzige Hotel auf.
Wegen eines Motocross-Anlasses waren alle g
ünstigen Zimmer belegt und 100 Euro würden bei weitem unser Budget sprengen...
In der nächsten Stadt war noch eines frei für 70 Franken, doch auch so viel wollten wir nur ungern ausgeben.
Die Kirchenverwalterin wimmelte uns zwar mit sichtlich schlechtem Gewissen, doch tausend Ausreden ab und so radelten wir weiter in Richtung Ainazi, zur Grenze Lettlands.
Wir fuhren an einigen Bauernhöfen vorbei und so kam ich auf die Idee, dort zu fragen. Da war nur ein kleines Problem... die Hunde.
Das Problem war dann ein gr
össeres...
Wir riefen zuerst vom Tor aus und als sich nichts tat
öffnete es Erika und ging drei Schritte rein... und da kam das Problem. Ein riesiges, zottliges Tier.
Erika rannte raus und ich versuchte erfolglos die beiden Torfl
ügel zusammen zu halten. Doch der Hund stiess es mit einem kräftigen Pfotenhieb auf und so standen wir uns gegenüber...
Der Hund war zum Glück selber ein Schisshase, blieb schön auf seiner Seite stehen und bellte. Nun standen unsere Räder dort und wir trauten uns nicht, sie zu holen. Endlich kam jemand, Platz hatten sie keinen für uns und wir suchten weiter. Kaum war das Tor wieder sicher verschlossen tat der Hund wie eine Bestie, so ein Grossmaul : )
Da entdeckten wir ein kleines Haus in Bau, ohne Fenster und Türen aber mit Dach. Wir fragten eine Frau, die gerade wegfahren wollte und sie erlaubte uns hier zu übernachten. Verstehen konnte sie es allerdings nicht.
Ans Wasser hatten wir dummerweise nicht gedacht und so fragte Erika (nach besonders langem Rufen vor dem Tor) bei den Nachbarn.

Und nun liegen wir gefüttert und glücklich in deren geheizter Stube und freuen uns, dass es draussen immer noch so furchtbar fest regnet.
Morgen soll es ja wieder besser werden und da werden wir auch dem Meer, dass wir heute von weitem sahen, etwas mehr Beachtung schenken als "Uebrigens, nur so am Rande, dort drüben sieht man das Meer" - "Aha, keine Lust zum Baden heute.."

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